Eine rote Linie macht eine sanfte Kurve, bildet eine kleine Spitze und macht dann eine Schleife, bevor sie gerade über einen hellgrauen Hintergrund verläuft.
Rotes Cover mit deutschem Text zum Siebten Österreichischen Kreativwirtschaftsbericht, mit einem großen weißen X und fetter weißer und roter Schrift. Außerdem sind kleine grafische Elemente enthalten.

Wie Creative Industries Innovationen in die gesamte Wirtschaft tragenDer Kreativwirtschaftseffekt

Der Kreativwirtschaftseffekt beschreibt die Wirkung der Creative Industries auf das Innovationssystem. Er entsteht, wenn kreative Kompetenzen – wie Gestaltung, Kommunikation, Kreativität, Nutzerverständnis und interdisziplinäre Zusammenarbeit – mit wirtschaftlichem, wissenschaftlichem und technologischem Wissen verbunden werden. Dadurch entstehen Innovationen, die weit über die Creative Industries hinaus wirken und die Innovationsfähigkeit von Unternehmen, Regionen, öffentlicher Verwaltung und Gesellschaft stärken.

Innovation ist der Ausgangspunkt des Kreativwirtschaftseffekts.91 % entwickeln Innovationen

91 % der Creative-Industries-Unternehmen entwickelten in den vergangenen drei Jahren Innovationen. Dabei zeigt sich ein besonders breites Innovationsverständnis:

  • 75 % entwickelten Produkt- oder Dienstleistungsinnovationen.
  • 57 % führten Prozess- oder Organisationsinnovationen ein.
  • 52 % entwickelten Verfahrensinnovationen.
  • 51 % führten Marketinginnovationen ein.
  • 44 % entwickelten innovative Geschäftsmodelle.

Die Wirkung

Creative Industries beschränken Innovation nicht auf neue Technologien. Sie entwickeln neue Produkte, Dienstleistungen, Geschäftsmodelle, Prozesse sowie Organisationsformen und schaffen damit die Grundlage für ihre Wirkung auf andere Branchen.

Open Innovation ist die Innovationsmethode der Creative Industries69 % beziehen externe Innovationsimpulse ein

Für 69 % der Creative-Industries-Unternehmen sind externe Innovationsimpulse ein wesentlicher Bestandteil ihrer Innovationsarbeit.

Die wichtigsten Quellen sind:

  • 42 % Kooperationspartner:innen
  • 40 % Medien und Fachmedien
  • 40 % neue Technologien
  • 32 % Veranstaltungen
  • 24 % Lieferant:innen
  • 20 % Forschungs- und Bildungseinrichtungen
  • 19 % andere Branchen

Die Wirkung

Innovation entsteht in den Creative Industries nicht isoliert. Neue Ideen entstehen durch den Austausch mit Partner:innen, Wissenschaft, Technologien, Märkten und anderen Branchen. Offenheit ist ein zentrales Prinzip ihres Innovationsmodells.

Kooperation ist das Innovationsmodell der Creative Industries.50 % entwickeln Innovationen in Co-Creation

Rund jedes zweite Creative-Industries-Unternehmen entwickelt Innovationen gemeinsam mit Kooperationspartner:innen. Die Studie zeigt damit: Zusammenarbeit ist kein nachgelagerter Schritt, sondern Teil des Innovationsprozesses. Die Fallstudien belegen, dass gerade an den Schnittstellen zwischen Creative Industries und anderen Branchen neue Produkte, Dienstleistungen, Geschäftsmodelle und Prozesse entstehen.

Die Wirkung

Die besondere Stärke der Creative Industries liegt darin, Innovationen gemeinsam mit anderen zu entwickeln. Durch Co-Creation verbinden sie unterschiedliche Kompetenzen, Perspektiven und Branchen und schaffen so Lösungen, die keine Organisation allein entwickeln könnte.

Die Wirkung

Creative Industries entwickeln Innovationen nicht nur selbst. Sie übertragen kreative Methoden, Gestaltungs- und Innovationskompetenz auf andere Unternehmen und erhöhen dadurch deren Innovationsfähigkeit.

Rote Umrisse einer Zielscheibe mit einem Bullseye, auf der drei konzentrische Kreise und ein Dartpfeil zu sehen sind, der genau in die Mitte trifft – als Symbol für die Innovationswirkung in der Kreativwirtschaft.

Creative Industries machen andere innovativer.40 % unterstützen Innovationen anderer Unternehmen

40 % der Creative-Industries-Unternehmen unterstützen ihre Kund:innen aktiv bei Innovationsprozessen. Sie begleiten Unternehmen entlang des gesamten Innovationsprozesses:

  • 58 % unterstützen bei der Ideenentwicklung,
  • 48 % bei Gestaltung und Design,
  • 36 % bei Forschung und Entwicklung,
  • 32 % beim Testen sowie bei der Produktions- oder Vertriebsvorbereitung,
  • 57 % bei der Markteinführung und Implementierung neuer Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren.

Gerade kleine und mittlere Unternehmen erhalten dadurch Zugang zu spezialisiertem Wissen und kreativen Kompetenzen, die sie häufig nicht selbst im Unternehmen aufbauen können. Die Creative Industries begleiten Innovationen damit von der ersten Idee bis zur erfolgreichen Umsetzung.

Creative Industries machen neue Technologien anwendbar.87 % übersetzen Technologie in Innovation

87 % der Creative-Industries-Unternehmen setzen neuartige Produkte, Verfahren oder Technologien ein, die von anderen Unternehmen entwickelt wurden.

  • 69 % nutzen neue Softwareanwendungen und Internettechnologien.
  • Für 16 % wurden Produkte oder Technologien eigens neu entwickelt oder wesentlich angepasst.
  • 25 % beziehen speziell für sie entwickelte Produkte oder Dienstleistungen, etwa im Bereich Design, Software oder Weblösungen.

Die Wirkung

Creative Industries sind wichtige Innovationsnachfragerinnen. Sie treiben die Digitalisierung voran, indem sie neue Technologien früh einsetzen, weiterentwickeln und in marktfähige Anwendungen übersetzen.

Der Crossover-Effekt wirkt weit über die Kreativwirtschaft hinaus.5 Wirkungskanäle des Kreativwirtschaftseffekts

Der Kreativwirtschaftseffekt beschreibt, wie die Creative Industries ihre Wirkung über fünf miteinander verbundene Wirkungskanäle entfalten:

  • Wirtschaft – höhere Wettbewerbsfähigkeit, Investitionen und Exporte.
  • Innovation – neue Produkte, Dienstleistungen, Geschäftsmodelle und Innovationsprozesse.
  • Regionalentwicklung – neue Netzwerke, Standorte und Innovationsökosysteme.
  • Öffentliche Verwaltung – kreative Methoden für bessere öffentliche Leistungen.
  • Gesellschaft – neue Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen.

Die Wirkung

Die Creative Industries erzeugen nicht nur wirtschaftliche Wertschöpfung. Ihre eigentliche Stärke liegt darin, Innovationsprozesse in unterschiedlichen gesellschaftlichen Systemen anzustoßen und zu beschleunigen.

Die Schwerpunktstudie „Innovations- und Crossover-Effekte der österreichischen Kreativwirtschaft“ wurde von der KMU Forschung Austria in Kooperation mit dem Industriewissenschaftlichen Institut (IWI) im Auftrag der Kreativwirtschaft Austria erstellt und 2017 als Schwerpunkt des Siebenten Österreichischen Kreativwirtschaftsberichts veröffentlicht. Sie untersucht die Innovationsleistung der Creative Industries sowie deren Crossover-Effekte auf Wirtschaft, Innovationssystem, Regionalentwicklung, öffentliche Verwaltung und Gesellschaft. Grundlage der Studie sind eine österreichweite Unternehmensbefragung, vertiefende Fallstudien und ein Wirkungsmodell zu den Innovations- und Crossover-Effekten der Creative Industries.

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