Eine rote Linie macht eine sanfte Kurve, bildet eine kleine Spitze und macht dann eine Schleife, bevor sie gerade über einen hellgrauen Hintergrund verläuft.
Ein Mann mit kurzen lockigen Haaren und einem Bart lächelt in die Kamera. Er trägt einen marineblauen Adidas-Kapuzenpulli und steht vor einem schwarzen Hintergrund - das könnte Peter Jablonowski sein, der für seine Emmy-Nominierung in Zeitraffer bekannt ist.
© Lorenz Pritz

Peter JablonowskiMit Zeitraffer zur Emmy‑Nominierung

Peter Jablonowski erzählt, wie er es mit seiner Agentur FilmSpektakel zu den Sports Emmys 2026 geschafft hat.

Internationale Anerkennung

Dass ein österreichisches Kreativstudio bei den Sports Emmy Awards 2026 gleich mehrfach nominiert wird, ist alles andere als selbstverständlich. Für Peter Jablonowski, Co-Founder der Wiener Filmproduktionsfirma FilmSpektakel, markieren diese Nominierungen einen besonderen Moment, nicht nur als persönliche Anerkennung, sondern auch als sichtbaren Beweis dafür, dass kreative Exzellenz aus Österreich international bestehen kann.

Konkret wurde FilmSpektakel für zwei sehr unterschiedliche Produktionen ausgezeichnet:

Der Opening Film der French Open „A Parisian Rhythm with Omar Sy“ erhielt Nominierungen in den Kategorien Outstanding Sports Camera Work und Outstanding Sports Editing. Zusätzlich wurde die NBA-All-Star-Produktion „The Bay“ in der Kategorie Outstanding Sports Editing nominiert. Damit erhielt die Agentur die bemerkenswerte Doppelnominierung im Editing.

Für ein kleines, hoch spezialisiertes Team aus Wien ist das ein Meilenstein. Für Peter ist es vor allem die Konsequenz eines Weges, den er seit über zehn Jahren bestimmt verfolgt.

Persönliche Projekte als Ausgangspunkt

Der Ursprung dieser internationalen Sichtbarkeit liegt nicht in klassischer Akquise oder strategischem Networking, sondern in der Freude am eigenen Experimentieren. Schon früh setzte FilmSpektakel darauf, neben Auftragsarbeiten immer wieder eigene Projekte als kreatives Labor, aber auch als Statement zu realisieren.

Aus dieser Haltung entstand die „A Taste of“-Timelapse-Serie, beginnend mit A Taste of Austria und Vienna, später gefolgt von Städten wie New York, Los Angeles oder London. Die Filme wurden millionenfach gesehen, gingen in sozialen Netzwerken viral und entwickelten eine klare visuelle Handschrift: präzise komponierte Zeitraffer, die Städte sowohl zeigen als auch erlebbar machen.

Irgendwann blieb diese Arbeit auch außerhalb Europas nicht unbemerkt. Ein Producer von Warner Bros. stieß auf die Filme und meldete sich direkt bei FilmSpektakel. Daraus entwickelte sich die Zusammenarbeit mit TNT Sports und letztlich der Einstieg in internationale Sportgroßproduktionen.

„Persönliche Projekte, in die man echte Leidenschaft steckt, sind oft die beste Visitenkarte“, sagt Peter rückblickend.

Zwei Personen stehen im Freien neben einer großen Kamera auf einem Stativ und justieren deren Einstellungen für eine Zeitrafferaufnahme. Im Hintergrund befinden sich Bäume und mehrere Personen unter einem bewölkten Himmel, was auf einen Park oder einen Garten schließen lässt.
© FilmSpektakel
Eine Person steht im Freien an einem Maschendrahtzaun und justiert eine Kamera auf einem Stativ - möglicherweise filmt sie eine Zeitraffer-Szene, die von Peter Jablonowski inspiriert wurde. Im Hintergrund schimmern Bäume und ein Gewässer im warmen Sonnenlicht.
© FilmSpektakel

Zwei Produktionen, eine klare visuelle Haltung

Die beiden nominierten Projekte unterscheiden sich in Setting und Stimmung und zeigen gerade dadurch die Bandbreite von FilmSpektakel.

Für die erstmalige Übertragung der French Open auf TNT Sports in den USA entstand mit „A Parisian Rhythm with Omar Sy“ ein Opening Film, der weit über klassische Sportbilder hinausgeht. Ziel war es, den Rhythmus, die Eleganz und die besondere Atmosphäre von Paris mit dem Grand-Slam-Turnier zu verbinden. Dafür war das Team zehn Tage lang in der Stadt unterwegs und produzierte Zeitrafferaufnahmen an unterschiedlichsten Orten, die später in einen filmischen Erzählbogen integriert wurden.

Ganz anders die Arbeit an „The Bay“, der visuellen Klammer rund um das NBA All-Star Weekend 2025 in San Francisco. Hier ging es um Energie, Urbanität und Tempo, also um Bilder, die die Dynamik der Stadt transportieren und während des gesamten Wochenendes in Trailern und Intros präsent waren.

Dass beide Produktionen in der Kategorie Outstanding Sports Editing nominiert wurden, unterstreicht die besondere Stärke von FilmSpektakel: Zeitraffer nicht als Effekt, sondern als erzählerisches Werkzeug einzusetzen.

Zwei Personen, möglicherweise Filmemacher wie Peter Jablonowski, stehen auf einem überdachten Balkon mit Blick auf ein Stadion. Kameraausrüstung und Rucksäcke liegen auf dem Holzboden, während sie ihre nächste Zeitraffer-Aufnahme besprechen, während sich die Plätze unter ihnen mit Zuschauern füllen.
© FilmSpektakel

Präzision, Ruhe und ein kleines Team

Zeitrafferfotografie gilt oft als entschleunigte Disziplin. In der Realität ist sie das Gegenteil, vor allem im Kontext internationaler Sportproduktionen. Jede Aufnahme besteht aus tausenden Einzelbildern, die über Stunden hinweg entstehen. Fehler lassen sich kaum korrigieren, Wiederholungen sind selten möglich.

Gerade bei Roland Garros zeigte sich diese Herausforderung besonders deutlich. Während der ersten Turniertage entstanden Zeitraffer im und rund ums Stadion, die TNT Sports möglichst rasch in die laufende Berichterstattung integrieren wollte. Das bedeutete: Material sichten, sortieren, bearbeiten und schneiden, oft über Nacht.

Um solchen Anforderungen gerecht zu werden, setzt FilmSpektakel auf eine Arbeitsweise, die Präzision und Ruhe miteinander verbindet. Grundlage dafür ist eine extrem detaillierte Vorplanung: Sonnenstände, Lichtverläufe, Bewegungsmuster von Menschen oder Verkehr werden im Vorfeld analysiert, um möglichst genau zu wissen, was wann passiert. Tools wie PhotoPills oder Google Earth sind dabei ebenso wichtig wie jahrelange Erfahrung im Scouting.

Ein zentraler Aspekt ist außerdem die sogenannte Equipment-Redundanz. Bei Zeitrafferaufnahmen, die mehrere Stunden dauern, kann ein leerer Akku, eine fehlerhafte Speicherkarte oder ein technisches Problem den gesamten Dreh zunichtemachen. Deshalb arbeitet FilmSpektakel konsequent mit Backup-Systemen: zusätzliche Akkus, Ersatzkameras, doppelte Datensicherung. So werden Risiken minimiert, bevor sie überhaupt entstehen.

Trotz dieser akribischen Planung bleibt Flexibilität entscheidend. Drehs finden oft im öffentlichen Raum statt, unter wechselnden Bedingungen. Licht verändert sich, Wetter kippt, Menschen bewegen sich unvorhersehbar. Wer in solchen Momenten hektisch wird, verliert.

„Hektik führt zu Fehlern und bei unserer Art von Arbeit hat man keine zweite Chance.“

Peter Jablonowski

Ruhe ist für ihn kein Gegensatz zu Geschwindigkeit, sondern ihre Voraussetzung. Teil des Konzepts von FilmSpektakel ist es, in einem kleinen Kernteam mit vier Personen zu arbeiten. Entscheidungen können schnell getroffen werden, Abläufe sind klar, Verantwortlichkeiten eindeutig. Für größere Produktionen wird projektbezogen mit freien Mitarbeiter:innen gearbeitet, ohne die Agilität zu verlieren, die für internationale Sportproduktionen entscheidend ist.

Peters Tipps für Kreative: Was wirklich Türen öffnet

Die Emmy-Nominierungen sind ein Höhepunkt, aber Peter bleibt bewusst realistisch, wenn es um Wachstum und Erfolg geht.

„Von den ersten Wiener Timelapses bis zur Sports-Emmy-Nominierung hat es über zehn Jahre gedauert.“

Peter Jabloniwski

Seine wichtigsten Learnings für andere Kreative:

  • Spezialisiert euch. In einer Nische könnt ihr wirklich exzellent werden und genau das suchen internationale Kunden.
  • Zeigt eure Arbeit. Persönliche Projekte sind oft die beste Akquise. Sie zeigen, was ihr könnt, ohne die Einschränkungen eines Kundenbriefings.
  • Bleibt geduldig. Wachstum passiert nicht über Nacht. Und das ist in Ordnung.
  • Umgebt euch mit den richtigen Menschen. Ohne meinen Co-Founder Thomas Pöcksteiner wäre FilmSpektakel nicht das, was es heute ist. Wir ergänzen uns perfekt und das ist unbezahlbar.
Drei Personen stehen bei Sonnenuntergang an einem Geländer, zwei von ihnen mit Kameras auf Stativen, die einen eindrucksvollen Zeitraffer festhalten, mit Blick auf eine neblige Landschaft mit einer Brücke im Hintergrund. Die Szene ist von hinten beleuchtet, so dass sich die Figuren als Silhouetten abzeichnen.
© FilmSpektakel

Weiter im eigenen Rhythmus

Dass ein kleines Studio aus Wien für Produktionen rund um die NBA und die French Open verantwortlich zeichnet, zeigt, welches Potenzial in konsequenter kreativer Arbeit steckt. FilmSpektakel ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis von Fokus, Leidenschaft und dem Mut, eigene Wege zu gehen. Oder, wie Peter es selbst formuliert:

„Wir haben FilmSpektakel nicht gegründet, um ein Business aufzubauen, sondern weil wir diese Art von Filmemachen lieben. Und genau das spürt man im Prozess und im Ergebnis.“

Wir drücken die Daumen für die Emmys!

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