Eine rote Linie macht eine sanfte Kurve, bildet eine kleine Spitze und macht dann eine Schleife, bevor sie gerade über einen hellgrauen Hintergrund verläuft.
Rotes Cover mit weißem Schriftzug „Dritter Österreichischer Kreativwirtschaftsbericht – Schwerpunkt Innovation“. Am unteren Rand sind einfache Strichzeichnungen einer Glühbirne und von Zahnrädern zu sehen, die für Kreativität und Innovation stehen.

Wie die Creative Industries Innovationen entwickeln, ermöglichen und in die gesamte Wirtschaft tragen – in sieben Kennzahlen.Die Innovationswirkung der Creative Industries

Innovation in den Creative Industries entsteht, wenn Kreativität, Gestaltung, Kommunikation und Nutzerverständnis mit wissenschaftlichem und technologischem Wissen verbunden werden. Die Creative Industries entwickeln Innovationen nicht isoliert, sondern gemeinsam mit Unternehmen, Wissenschaft und Gesellschaft. Ihre besondere Stärke liegt darin, Ideen in marktfähige Lösungen zu übersetzen und damit Innovation in der gesamten Wirtschaft wirksam zu machen.

Innovation ist in den Creative Industries Teil des Geschäftsmodells. 71 % sind innovationsaktiv

Sieben von zehn Unternehmen der Creative Industries führten innerhalb von drei Jahren zumindest eine Innovation ein. Sie brachten ein neues oder wesentlich verbessertes Produkt beziehungsweise eine neue Dienstleistung auf den Markt oder führten neue Verfahren im eigenen Unternehmen ein. Damit erreichten die Creative Industries im Branchenvergleich die höchste Innovatorenquote.

Auch Forschung und Entwicklung spielen eine wichtige Rolle. Rund 31 % der Creative-Industries betrieben eigene FuE-Aktivitäten. Bei Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten lag der Anteil bei rund 50 % und damit doppelt so hoch wie im Durchschnitt der untersuchten europäischen Industrie- und Dienstleistungsbranchen.

Die Wirkung:

Creative Industries erneuern laufend ihr Leistungsangebot und entwickeln neue Lösungen. Innovation ist in der Kreativwirtschaft kein Ausnahmefall, sondern ein zentrales Merkmal unternehmerischer Tätigkeit.

Die Creative Industries erreichen Hightech-Niveau – und liegen teilweise darüber.86 % Innovationsquote bei größeren Unternehmen

Bei Creative-Industries-Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten waren 86 % innovationsaktiv. Damit erreichten die Creative Industries unter den in der Studie verglichenen Branchen die höchste Innovator:innenquote.

Zum Vergleich:

  • EDV und Software: 81 %
  • forschungsintensive Industriebranchen: 65 bis 78 %
  • technische Dienstleistungen: 53 %
  • Chemie- und Pharmaindustrie: 50 %

Auch bei Forschung und Entwicklung liegen größere Creative-Industries-Unternehmen im Spitzenfeld: Rund jedes zweite Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten betrieb eigene FuE.

Die Wirkung

Creative Industries verbinden kreative Kompetenz mit systematischer Entwicklung. Sie sind ebenso innovations- und forschungsorientiert wie viele technologieintensive Wirtschaftsbereiche und ein leistungsfähiger Teil des österreichischen Innovationssystems.

Jedes fünfte Unternehmen schafft Angebote, die es zuvor im Markt noch nicht gab.20 % bringen Marktneuheiten hervor

20 % aller Creative-Industries-Unternehmen führten innerhalb von 3 Jahren zumindest eine Marktneuheit ein. Unter den Unternehmen mit Produktinnovationen war der Anteil noch höher: 34 % der Produktinnovatoren brachten zumindest ein Produkt oder eine Dienstleistung als erste Anbieter im jeweiligen Markt auf den Markt.

Die Wirkung

Creative Industries verbessern nicht nur bestehende Angebote. Sie schaffen neue Lösungen, eröffnen Anwendungsmöglichkeiten und erschließen neue Märkte.

46 % der Creative Industries unterstützten ihre Unternehmenskund:innen bei der Einführung neuer Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren.

Rote Umrisszeichnung zweier Hände, die sich innerhalb eines Kreises die Hand geben, als Symbol für die Zusammenarbeit in der Kreativbranche. Eine Hand trägt eine Armbanduhr, während Linien über dem Händedruck die Handlung und die Innovationswirkung betonen. Der Hintergrund ist weiß.

Fast jedes zweite Unternehmen der Creative Industries macht Innovation in anderen Unternehmen möglich.46 % unterstützen Innovationen ihrer Kund:innen

Die Unterstützung reicht über den gesamten Innovationsprozess:

  • 58 % unterstützen bei der Ideenfindung,
  • 48 % bei Gestaltung und Design,
  • 36 % bei Forschung, Entwicklung und Konstruktion,
  • 32 % beim Testen sowie bei der Produktions- oder Vertriebsvorbereitung,
  • 57 % bei der Markteinführung oder Implementierung.

Von diesen Innovationsbeiträgen profitiert ein breites Spektrum der Wirtschaft. Besonders häufig wurden Unternehmen aus Handel, Gewerbe und Industrie unterstützt. 83 % der Creative-Industries erbringen überwiegend kundenspezifische Leistungen. Ihre Arbeit ist daher häufig projektbasiert und eng an den konkreten Herausforderungen ihrer Kund:innen ausgerichtet.

Creative Industries schließen die Lücke zwischen einer guten Idee und ihrer erfolgreichen Umsetzung. Sie verbinden fachliches Wissen mit Gestaltung, Nutzerorientierung, Kommunikation und Marktverständnis – von der Ideenfindung bis zur Markteinführung.

Creative Industries gehören zu den frühen Anwendern neuer Technologien.91 % nutzen neuartige Technologien

91 % der Creative-Industries nutzten neuartige Produkte, Verfahren oder Technologien, die von anderen Unternehmen entwickelt worden waren.

Besonders verbreitet:

  • neue Softwareanwendungen und Internettechnologien: 83 %
  • neue Informations- und Kommunikationstechnologien: 79 %
  • neue Materialien, Geräte oder technische Verfahren: 37 %

Damit bilden digitale Technologien eine wesentliche Grundlage der Innovationsfähigkeit der Creative Industries. Neue Technologien werden von ihnen nicht nur übernommen, sondern mit kreativen, wirtschaftlichen und nutzerorientierten Anwendungen verbunden.

Die Wirkung

Creative Industries übersetzen technologische Möglichkeiten in konkrete Produkte, Dienstleistungen, Inhalte und Geschäftsmodelle. Sie machen neue Technologien für Unternehmen, Märkte und Nutzer:innen anwendbar.

Creative Industries sind nicht nur Anwender neuer Technologien – sie lösen technologische Innovationen aus.18 % treiben die Entwicklung neuer Technologien voran

Für 18 % der Creative-Industries wurden Technologien oder Produkte von ihren Lieferanten eigens neu entwickelt oder wesentlich angepasst. Darüber hinaus fragte fast die Hälfte der Unternehmen gezielt neuartige Technologien oder Produkte bei ihren Technologiepartnern nach. Die Anforderungen der Creative Industries führen dazu, dass bestehende Technologien weiterentwickelt und neue Anwendungen geschaffen werden. Damit übernehmen sie eine wichtige Rolle als Impulsgeber für technologische Innovationen.

Die Studie beschreibt die Creative Industries deshalb nicht nur als technologieaffin, sondern auch als Experimentierfeld und Anwendungslabor für neue Technologien.

Die Wirkung

Creative Industries treiben technologische Innovationen durch ihre Nachfrage und ihre hohen Anforderungen an neue Lösungen voran. Sie eröffnen neue Einsatzmöglichkeiten für Technologien und tragen dazu bei, dass diese marktreif, anwendungsorientiert und nutzerzentriert weiterentwickelt werden.

Innovation entsteht in der Kreativwirtschaft im Zusammenspiel unterschiedlicher Kompetenzen.80 % arbeiten in Kooperationen

80 % der Creative-Industries-Unternehmen arbeiten mit anderen Unternehmen zusammen, um gemeinsam Leistungen zu entwickeln und umzusetzen. Kooperation ist damit kein Ausnahmefall, sondern eine zentrale Arbeits- und Innovationsform der Creative Industries. Rund ein Drittel der Kooperationen ist mittel- oder längerfristig angelegt, etwa die Hälfte entsteht projekt- oder anlassbezogen. Die Netzwerkpartner:innen stammen überwiegend aus den Creative Industries selbst und bilden flexible, interdisziplinäre Teams, die je nach Aufgabenstellung unterschiedliche Kompetenzen zusammenführen.

Die wichtigsten Gründe für Kooperationen sind:

  • Kapazitäten für Aufträge gemeinsam bereitzustellen: 77 %
  • fehlende fachliche oder technische Leistungen einzubinden: 75 %
  • eigene Kompetenzen für Partner:innen bereitzustellen: 74 %
  • gemeinsam neue Leistungen zu entwickeln: 50 %

Die Wirkung

Die Innovationskraft der Creative Industries entsteht im Zusammenspiel unterschiedlicher Kompetenzen. Kooperation ist für die Creative Industries ein zentraler Innovationsmechanismus: Wissen wird geteilt, unterschiedliche Perspektiven werden verbunden und gemeinsam neue Lösungen entwickelt. Dadurch werden die Creative Industries zu wichtigen Partnerinnen in offenen, interdisziplinären Innovationsprozessen.

Drei Erfolgsfaktoren hinter der InnovationskraftDie Innovations-DNA der Creative Industries

Die sieben Kennzahlen zeigen die Innovationsleistung der Creative Industries. Drei weitere Befunde erklären, worauf diese Innovationskraft beruht: auf hochqualifizierten Talenten, der engen Verbindung zur Wissenschaft und einem dynamischen Wissenstransfer.

Die Studie „Beitrag der Creative Industries zum Innovationssystem am Beispiel Österreichs“ wurde 2008 vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung und dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung im Auftrag der Kreativwirtschaft Austria erstellt. Sie untersucht die eigene Innovationsleistung der Creative Industries sowie ihre Wirkung auf Innovationen in anderen Wirtschaftsbereichen. Die Studie wurde in gekürzter Form im Dritten Österreichischen Kreativwirtschaftsbericht der Kreativwirtschaft Austria veröffentlicht. Die Studie wird auf Anfrage an kreativwirtschaft@wko.at von der KAT zur Verfügung gestellt.

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