Eine rote Linie macht eine sanfte Kurve, bildet eine kleine Spitze und macht dann eine Schleife, bevor sie gerade über einen hellgrauen Hintergrund verläuft.
Eine Frau mit braunen Haaren, einem schwarzen Oberteil und einem rotkarierten Rock sitzt vor einem Backsteingebäude und hält ein digitales Tablet und einen Stift in der Hand. Leicht lächelnd blickt sie nach oben, eingetaucht in kreative Welten, während Nadya Knops ihre Gemeinschaft erkundet.
© Yunuyei Publishing

YunuyeiWo Gemeinschaft kreative Welten lebendig macht

Yunuyei zeigt, wie viel Kraft in Community, Kooperation und dem Mut liegt, Dinge gemeinsam zu denken.

Eine Idee, die geblieben ist

Manche Geschichten lassen einen nicht los, auch wenn sie lange auf Eis liegen. Bei Yunuyei, alias Nadya Knops, begann alles bereits 2004 mit einem Doujinshi, einem Fancomic, der auf der Plattform Animexx veröffentlicht wurde. Die Geschichte fand schnell eine Community, blieb aber unvollendet. Nicht, weil die Idee fehlte, sondern weil die Rahmenbedingungen damals andere waren. Über die Jahre reifte das Projekt weiter. 2012 dachte Yunuyei erstmals darüber nach, die Geschichte als Roman umzusetzen. Doch Self‑Publishing steckte noch in den Kinderschuhen und Formate wie Light Novels waren im deutschsprachigen Raum kaum etabliert. Heute ist das anders und genau dieser Wandel machte es möglich, die Geschichte neu zu denken.

Vom Buch zur Erlebniswelt

Was Yunuyei heute aus dem Projekt macht, ist mehr als ein klassischer Manga. Schreiben und Illustrieren gehören für sie selbstverständlich zusammen, doch dabei bleibt es nicht. Ihr neues Werk verbindet Text, Illustration, Musik und Sprechkunst. Es ist inspiriert von Animes, Videospielen und all jenen Medien, die seit jeher als Gemeinschaftswerke entstehen.

Bücher werden oft als Einzelleistung wahrgenommen. Yunuyei sieht das anders. Für sie sind Bücher Orte, an dem viele kreative Disziplinen sichtbar und bewusst zusammenkommen. Gerade deshalb war es ihr wichtig, das Projekt als Teamleistung aufzusetzen und auch so zu kommunizieren.

„Bücher sind kreative Teamleistungen. Darüber wird viel zu wenig gesprochen. Gerade in Zeiten, in denen die Kunstszene stark von generativer KI bedroht wird, halte ich es für umso wichtiger, dass wir Künstler:innen gemeinschaftlich zusammenarbeiten.“

Diese Haltung zieht sich von der Idee bis zur Umsetzung durch das gesamte Projekt.

Zusammenarbeit als Qualitätsmerkmal

Die vielen Kooperationen rund um das Buch sind kein Selbstzweck, sondern Ergebnis einer klaren Auswahl. Yunuyei arbeitet mit Menschen, die ihre eigene Arbeit ernst nehmen und gleichzeitig die Arbeit anderer schätzen. Kompetenz allein reicht dafür nicht aus, entscheidend sind Leidenschaft und gegenseitiger Respekt. So entstand etwa die Zusammenarbeit mit dem Tonstudio Soundsquirrel, das ihre Hörbücher mastert, oder mit den Sprecher:innen Franciska Friede und Vincent Fallow, die selbst tief in der Anime‑ und Gaming‑Community verwurzelt sind. Auch die Musik, komponiert von Irene Chan und Thomas Hohl, ist eng mit der erzählten Welt verbunden.

Im Vertrieb setzt die Autorin auf Partner wie Thalia oder Figuya und erlebt dort immer wieder, wie viel Begeisterung für Bücher und Geschichten vorhanden ist. Was all diese Kooperationen verbindet, ist die Arbeit auf Augenhöhe. Nicht Auftraggeber:in und Dienstleister:in, sondern ein gemeinsames Projekt, getragen von Vertrauen und gegenseitiger Wertschätzung.

Charakter-Referenzbogen für ein Mädchen im Anime-Stil mit roten Haaren, entworfen von Nadya Knops. Mit grüner Jacke mit Fellkragen, blauem Hemd, Jeans und schwarzen Schuhen. Enthält Vorder-, Seiten- und Rückenansichten sowie Augendetails - perfekt für kreative Projekte der Welten Gemeinschaft.
© Yunuyei Publishing
Ein geteiltes Bild zeigt einen lächelnden Mann mit Bart, dunklem Haar, Mütze und Kette auf der linken Seite und eine lächelnde Frau mit heller Haut und rotem Haar auf der rechten Seite - zusammen verkörpern sie kreative Welten und echte Gemeinschaft.
© Vincent Fallow & Franciska Friede

Multiberuflich arbeiten und daraus Kraft schöpfen

Für außenstehende wirkt Nadyas Alltag vielschichtig. Sie ist Mangaka, Autorin, Illustratorin, Vortragende, Lehrende an Universitäten und Netzwerkerin. Für sie selbst greifen diese Rollen ineinander. Jeder Bereich liefert inhaltlich, kreativ und menschlich Impulse für den nächsten. Diese Vielfalt gibt ihr Freiheit. Sie kann zwischen Tätigkeiten wechseln, neue Perspektiven einnehmen und Menschen miteinander verbinden. Statt sich auf einen engen Rahmen festzulegen, nutzt sie die Möglichkeit, dort zu arbeiten, wo gerade Energie, Neugier oder Lust vorhanden sind. Für ihre Kreativität ist das kein Nachteil, sondern eine wichtige Ressource.

Ehrlicher Blick auf die Selbstständigkeit

So inspirierend ihr Weg ist, Yunuyei spricht auch offen über die Herausforderungen der kreativen Selbstständigkeit. Die Branche ist anspruchsvoll, Kritik gehört zum Alltag, Anerkennung bleibt oft aus. Besonders das Thema Mental Health spielt für sie eine große Rolle. Denn viele Menschen in der Kreativwirtschaft bringen besondere Stärken mit, nicht selten auch neurodiverse Perspektiven. Gleichzeitig macht sie genau das anfälliger für Überforderung oder Ausbeutung. Deshalb betont Yunuyei immer wieder, wie wichtig es ist, sich nicht allein durchzukämpfen.

„Wer in der Kreativbranche erfolgreich sein will, sollte kein:e Einzelkämpfer:in sein. Zusammenarbeit ist der Schlüssel. Gemeinsam schafft man mehr.“

Yunuyei

Ein starkes Netzwerk, gegenseitige Unterstützung und klare Grenzen sind für sie keine Extras, sondern Grundvoraussetzungen für nachhaltiges Arbeiten.

Ein Fantasy-Buch mit dem Titel Dragons Destiny: Erwachen von Yunuyei, mit einer Graustufen-Illustration eines langhaarigen Kriegers mit goldener Rüstung, einem Schwert und einem goldenen Heiligenschein - perfekt für Fans kreativer Welten und Gemeinschaft mit Drachen.
© Yunuyei Publishing

Netzwerken: Nähe statt Reichweite

In einer großen und sehr aktiven Manga‑Community ist Yunuyei hervorragend vernetzt. Ihr Zugang ist dabei bewusst persönlich. Social Media spielt zwar eine Rolle, doch echte Begegnungen stehen für sie im Vordergrund. Conventions sind wichtige Treffpunkte, ebenso Start‑up‑Events, Discord‑Gruppen oder ganz klassische Gespräche bei einem Kaffee. Beziehungen entstehen dort, wo Austausch ohne Verkaufsdruck oder ohne strategische Distanz auf Augenhöhe möglich ist. Ihr Ansatz ist pragmatisch und offen: Gute Arbeit sichtbar machen, darüber sprechen und dabei ehrlich bleiben. Nicht aggressiv, nicht „salesy“, sondern partnerschaftlich. Diese Haltung prägt auch ihre langfristigen Kooperationen.

Zwei animierte Figuren sitzen nachts auf einem Schiffsdeck unter einem sternenübersäten Himmel und der Milchstraße; umgeben von kreativen Welten, hält die eine ein Teleskop, die andere zeigt nach oben. Eine Laterne leuchtet zwischen ihnen und beleuchtet ihre entspannten, abenteuerlichen Gesichter.
© Yunuyei Publishing

Kreativität als gemeinsamer Raum

Nadya Knops zeigt, wie zeitgemäß kreatives Arbeiten aussehen kann: vernetzt, offen und getragen von gegenseitigem Respekt. Ihr Manga‑Projekt ist dabei nur ein Teil eines größeren Bildes eines kreativen Ökosystems, in dem Menschen, Ideen und Disziplinen zusammenkommen. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass kreative Stärke nicht im Alleingang entsteht. Sondern dort, wo man bereit ist, Räume zu öffnen, Wissen zu teilen und gemeinsam weiterzudenken. Genau dort entstehen Welten, die wachsen dürfen.

Für alle, die Yunuyei live sehen und sie beim Auftakt ihres Buchs unterstützen möchten: Am 6. August um 19:00 Uhr findet ihre Buchparty (Öffnet in einem neuen Tab oder Fenster) beim Thalia in der Mariahilfer Straße statt.

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