Eine rote Linie macht eine sanfte Kurve, bildet eine kleine Spitze und macht dann eine Schleife, bevor sie gerade über einen hellgrauen Hintergrund verläuft.
Ein bärtiger Mann mit Sonnenbrille sitzt im Freien an einem hölzernen Geländer, während Wasser und industrielle Strukturen im Hintergrund verschwimmen. Die Reflexion in seiner Sonnenbrille zeigt Patrick Beranek, den Fotografen, und die umgebende Szene.
© Patrick Beranek

Patrick BeranekMit Ausdauer und dem richtigen Netzwerk zum Herzensprojekt

Aus einem Gedicht, inspiriert von Patrick Beraneks fünfjährigem Sohn und dessen Stofftieren, entstand ein Kinderbuch, das nicht nur die niedergeschriebene Geschichte erzählt, sondern auch eine über Kreativität, Zusammenarbeit und Durchhaltevermögen. Für das fertige Kinderbuch haben drei Perfektionist:innen fünf Jahre lang an ihrem Traum gearbeitet. Hier erfährst du, wie die Umsetzung gelang und welche Rolle das C hoch 3 Netzwerk dabei spielte.

Ein Kinderbuch mit dem Titel Ein starker Freund für Felix zeigt einen Jungen, der mit einer ausgestopften Maus und einem braunen Plüschbären am Fenster sitzt und nachdenklich dreinschaut, während draußen Schnee fällt.
© Patrick Beranek

Ein Gedicht, ein Kind und ganz viele Stofftiere

Alles begann mit einem Gedicht. Tanja Hagenhofer, Autorin und Mutter, ließ sich von ihrem damals fünfjährigen Sohn inspirieren. Der kleine Nachtschwärmer eroberte mit seinen Stofftieren das elterliche Bett. Aus dieser Alltagsszene entstand ein fast fertiges Gedicht. Doch die Pointe fehlte. Patrick Beranek, Partner von Tanja und Vater des Ideengebers, brachte die entscheidende Wendung. Gemeinsam entwickelten sie den Schluss und beschlossen, daraus ein Kinderbuch zu machen. Was als spontane Idee begann, wurde zu einem langen, kreativen Prozess.

Vom Moodboard zum Storyboard und zur Illustratorin

Der erste Schritt war ein Moodboard, das sich schnell als nahezu fertiges Storyboard entpuppte. Doch eine große Herausforderung blieb. Wie lässt sich die Gestaltung eines Kinderbuchs mit kaum vorhandenem Budget professionell umsetzen?

Hier kam das C hoch 3 Netzwerk ins Spiel. Über die Facebook-Gruppe des Programms teilte Patrick die Idee und das Dilemma. Die Lösung kam aus der C hoch 3 Community. Kordula Brunner, Illustratorin aus Friedberg in der Steiermark, wurde empfohlen.

Schon nach ihrem ersten Entwurf war klar, dass sie die Richtige ist. Nach einem Zoom-Call stand fest, dass das Projekt ohne Kordula nicht entstehen würde. Die Budgetfrage lösten sie partnerschaftlich. In einer Online-Session einigten sich alle auf eine 50:50-Beteiligung. Es war ein perfektes Zusammenspiel mit gleichen Vorstellungen und der gleichen Leidenschaft.

Zwei Frauen stehen dicht beieinander und lächeln in die Kamera im Freien. Eine Frau hält ein Buch mit dem Titel Ein starker Freund für Felix in der Hand. Im Hintergrund sind ein Auto, Gebäude und ein Schild mit der Aufschrift FRIEDBERG.at zu sehen.
© Patrick Beranek

Effiziente Prozesse statt endloser Meetings

Die Zusammenarbeit lief fast ausschließlich digital. Alle Beteiligten hatten Kinder, Zeit war knapp. Genau das machte den Prozess effizient. Zudem wurde strukturiert gearbeitet. Zuerst entstanden Skizzen aller Seiten, die in Feedback-Schleifen abgestimmt wurden. Erst danach folgte die Kolorierung. So konnten frühzeitig Anpassungen vorgenommen werden, ohne sich in Details zu verlieren. Ihre Arbeitsweise gestaltete sich innovativ: remote, effizient, ohne endlose Meetings. Viele gute Ideen scheitern an zu langen Besprechungen. Hier war das Gegenteil der Fall. Weniger Meetings, mehr Umsetzung und das hat dem Projekt gutgetan.

Die größte Herausforderung? Geduld

Bevor Patrick die passende Illustratorin fand, vergingen Monate der erfolglosen Recherche. Und dann dauerte es fünf Jahre von der ersten Idee bis zur finalen Umsetzung.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus dem C hoch 3 Programm ist für Patrick das Matchmaking. Die richtigen Menschen zusammenzubringen ist entscheidend. Ebenso wichtig sind Konsequenz und Ausdauer. Daran scheitern viele Projekte. Hier war jedoch beides vorhanden.

Vom kreativen Prozess zum Vertrieb und neuen Welten

Für Patrick war der Vertrieb völliges Neuland. Noch nie zuvor hatte er ein echtes, analoges Produkt geschaffen. Die erste Auflage war gedruckt, und er ging wie ein stolzer Papa von Ort zu Ort, um das Buch zu platzieren. Es war der für Patrick unkreativste Teil des Projekts und trotzdem unglaublich erfüllend. Mit einem Produkt vorstellig zu werden, zu dem er zu hundert Prozent steht, gibt ihm Kraft. Netzwerken fiel Patrick leichter als je zuvor. Mit einem echten Produkt öffnen sich Türen, die vorher verschlossen waren. Diese Erfahrung zeigt, wie sehr sich die Perspektive verändert, wenn Kreative den Schritt vom digitalen zum analogen Produkt wagen.

Drei illustrierte Seiten aus einem Kinderbuch sind auf einer hölzernen Fläche ausgebreitet und zeigen Szenen eines Kindes im Bett, einige in Farbe, andere in Schwarz-Weiß, mit Erwachsenen und ausgestopften Tieren in der Nähe.
© Kordula Brunner
Ein Kind zeigt auf eine illustrierte Seite in einem Bilderbuch, auf der ein Junge zu sehen ist, der mit Stofftieren auf seinem Bett sitzt und sich die Augen zuhält; hinter ihm befindet sich ein Fenster mit Sternen. Zeichnungen und Papiere liegen verstreut auf dem Holzboden.
© Kordula Brunner

Besonders in einer Zeit voller KI-Bücher

Der Kinderbuchmarkt wird derzeit von KI-generierten Werken überflutet. Dieses Buch ist komplett analog entstanden. „Nicht ein Byte künstlicher Intelligenz“ war beteiligt, und darauf sind Patrick, Tanja und Kordula stolz.

Patricks Learnings

  • Netzwerke sind Gold wert. Ohne das C hoch 3 Netzwerk wäre dieses Projekt nie entstanden.
  • Geduld zahlt sich aus. Fünf Jahre sind lang, aber machbar.
  • Remote funktioniert. Mit den richtigen Tools und klaren Prozessen lassen sich auch komplexe Projekte ohne persönliche Treffen realisieren.
  • Schätze den Wert deiner Arbeit. Erst durch die eigene Produktion wird deutlich, wie viel hinter einem Buch steckt und wie schwierig es ist, wirtschaftlich rentabel zu sein, wenn man nachhaltig und ressourcenschonend produzieren möchte.
Vier Personen - zwei Erwachsene und zwei Kinder - stehen in einem Raum vor einem Tisch mit Malutensilien und zeigen ein illustriertes Buch. Der Hintergrund ist rot mit hängenden Dekorationen. Alle lächeln und scheinen glücklich zu sein.
© Kordula Brunner